Wie befördert man zwei ausrangierte Postwaggons von Mönchengladbach nach Marl-Sinsen? Man braucht dafür eine ganze Reihe von Verkehrsmitteln und rund drei Tage Zeit. Mit einer E-Lok wurden die Wagen zunächst aus Mönchengladbach zum Sinsener Bahnhof gebracht. Eine Diesellok schleppte die Wohngebäude in spe dann bis zur Marler Zeche Auguste Victoria 3/7. Soweit war das alles ganz einfach.

Doch dann setzten die Probleme ein. Eisenbahnwaggons sind abseits der Schienenwege naturgemäß zu groß, zu lang und zu schwer, um irgendwas mit ihnen anzustellen. Erst einmal wurden darum die Drehgestelle von den Waggons getrennt. „Sonst wären wir nicht unter den Brücken hergekommen“, sagt Marco. Denn der Rest der Weges musste per Schwerlasttransport über die Straße zurückgelegt werden.

Transport Nun sind es geschätzte 800 m Luftlinie von der Zeche bis zum Industriegebiet. Doch das hilft alles nichts, wenn man mit zwei Eisenbahnwaggons unterwegs ist. „Wir mussten über Haltern fahren; ich denke, es waren fast 20 km.“ Die Polizei begleitete den insgesamt 26.000 Euro teuren Schwertransport. Vanessa denkt mit einem Schmunzeln an die skurrile Fahrt zurück: „Das war oft Millimeterarbeit. Brücken, Verkehrsschilder, Ampeln – alles war im Weg.“

Um 22 Uhr abends ging's los an der Zeche. Gegen 5 Uhr morgens war dann „Kranfest“, wie Marco es nennt. Die beiden Postwaggons konnten an ihrem Bestimmungsort per Kran entladen werden. Platziert wurden sie auf den vorbereiteten Schienen und Fundamenten. Geschafft! Für Marco war das der ulitimative Moment: „Wenn ich die ganze Bauphase Revue passieren lassen, dann war der Transport der Waggons wohl der Höhepunkt.“